#1 Work hard, play hard

Erster kinderfreundlicher Coworking-Space in Frankfurt am Main

Frei und kreativ mit Kind und Kegel? In Frankfurt ist dies ab 2017 möglich. Der erste Coworking-Space mit Kinderbetreuung eröffnet. Eine Baustellenbegehung mit den beiden Geschäftsführerinnen von Co-Work & Play.

Die Geschäftsführerinnen Jana (l.) und Yvonne bei der Planung.

Staub liegt in der Luft. Die Handwerker bohren. Und eine Küchenzeile erreicht gerade ihren finalen Platz. Es ist November 2016 mitten im Frankfurter Ostend, ein Stadtteil mit viel Dynamik und Entwicklungsdrang. Baustellen gibt es hier viele. Doch diese ist besonders. Unweit von der Europäischen Zentralbank, in ehemaligen Räumlichkeiten einer der größten deutschen Werbeagentur und zwischen anderen namhaften Kommunikationsexperten, entstehen neue Arbeitsplätze. Kinderfreundlich und flexibel buchbar. Zukünftig können hier Freelancer, digitale Arbeitsnomaden oder Start-ups kreative Ideen entwickeln und umsetzen, währenddessen ihre Kleinen nebenan betreut werden.

„Dieser Raum wird unsere Ideenschmiede – die Wandgestaltung mit Alpenpanorama soll zum Weitblick auf Projekte anregen.“ Jana Ehret ist die Visionärin der beiden Geschäftsführerinnen. Sie hat die Inneneinrichtung des 1200 qm großen Coworking-Spaces geplant. Als Zukunftsforscherin und Kreative weiß sie selbst am besten wie Freelancer morgen arbeiten wollen. „Denke ich an meine eigene Zukunft, möchte ich als Mutter nicht im Büro sitzen und wissen, dass meine Kinder irgendwo 8, 9, 10 Stunden täglich untergebracht sind, ohne Chance die Kinds zwischendurch zu sehen“.

Die Anfang 30-Jährige verfolgt schon länger die Idee einen Arbeitsraum für Freelancer zu gestalten, in denen Kinder willkommen sind. Recherchen in Berlin oder Leipzig gaben ihre die nötige Inspiration. „Dort werden seit einigen Jahren familienfreundliche Arbeitsplätze für Selbstständige angeboten.“ berichtet Jana. Doch obwohl das Thema Work-Life-Balance in aller Munde ist, scheint es in Frankfurt nicht ganz leicht zu sein ein ähnliches Angebot zu installieren. Yvonne Schrodt, die zweite Geschäftsführerin, beschreibt die Erfahrungen mit Stadt und Immobilienbesitzern als zäh. „Nicht im jedem Gebäude, nicht in jeder Gegend sind Kinder willkommen.“ Viele Vermieter seien skeptisch gegenüber ihrer Idee gewesen und befürchteten, dass andere Mietparteien sich durch Kinderlärm gestört fühlten.

Bunte Wandbilder schmücken die Wände bei Co-Work & Play.

Derweil zeigt Jana auf einen halbfertigen Bereich neben der Küche. „Wir haben einen Essbereich für Kinder und Eltern – einfach für alle die hier sind.“ Beide der Frauen haben die Idee, dass die selbstständigen Eltern mit ihren Kindern mehr spontane Zeit verbringen dürfen. Zwischendurch bei Spaghetti mit Tomatensoße oder Marmorkuchen. Gleichzeig sollen separate Kinderbereiche Ablenkung während der Arbeitsphasen vermeiden und Konzentration ermöglichen.

Die richtige Mischung aus Arbeit und Privaten macht es. Dass weiß Yvonne aus eigener Erfahrung. „Meine damalige Vorgesetzte hat mich nach der Geburt meiner Tochter stark unterstützt und mir volle Flexibilität ermöglicht – mein Wiedereinstieg wäre sonst kaum möglich gewesen.“ Selbstständige sind zwar ihr eigener Chef. Flexibel und nicht immer planbar müssen sie ihre Dienstleistungen aber trotzdem anbieten, gerade im Zuge von Wandel und Flexibilisierung der Arbeitswelt. Im Co-Work & Play haben sie daher die volle Wahlfreiheit.  Neben flexiblen Arbeitsflächen, stehen fixe Teambüros oder unterschiedlich große Besprechungsräume zur Verfügung. Die Kinderbetreuung kann fest oder variabel dazu gebucht werden – ebenfalls die Verpflegung für Klein und Groß.

Ein innovatives Coworking-Angebot. Doch stellt sich die Frage wie viel Flexibilität ist auch für selbstständige Kreative notwendig? Wie sehr müssen sich Kinder der Arbeitswelt anpassen? Oder umgekehrt? Oder müssen auch die Auftraggeber kinderfreundlich werden? Die Erfahrung wird es zeigen. Anfang 2017 geht es los. Dann ohne Staub, dafür mit Speed-Internet und Spielzeug. Weitere Informationen unter www.co-work-play.de

Aus dem Co-Work & Play erhalten wir eine Frage für unsere Reise.

Benötigt es eine bestimmte Atmosphäre oder Räumlichkeiten um kreativ und produktiv zu sein?

Lese hier die Antwort von Eva aus München.